Category — Hirnforschung
Antidepressiva – kaum besser als Placebo?
Eine neue Analyse klinischer Wirksamkeits-Studien bei Antidepressiva äussert, dass sie nur “marginal” mehr bewirken als Placebo. Sie spricht zudem über “Befangenheit” der analysierten Studien und deren häufige Mängel im Aufbau, womit sie geradezu klare Aussagen unterliefen. Die Wirksamkeit der Therapien der Studien läge somit vermutlich noch niedriger als die dort schon nur als “mässig” angegebene. Die Autoren fordern daher eine Neubewertung des gegenwärtigen Behandlungs-Standards von Depressionen.
Anmerkung: Antidepressiva sind oft in der Schmerz-Therapie eingesetzt. Placebo-Effekte können dort bis ca 30% der Wirkungsverbesserung ausmachen.
September 2, 2010 No Comments
Migräne Kopfschmerz – genetisch bedingt?
Wissenschaftler verglichen Gen-Daten von Migräne-Patienten und Gesunden. Sie berichteten nun (“Nature Genetics” 2010) über einen hierbei aufgefundenen „Gen-Marker”, der auf ca. 20% höheres Risiko für Migräne hinweise. Dieser könne an der Regulation von Glutamat beteiligt sein. Kopfschmerz würde daher, möglicherweise, durch Glutamat-Überschuss an Nerven-Synapsen (Kontaktstellen zwischen Nerven) ausgelöst. Daraus ergäbe sich auch ein potenzieller Ansatz für neue Medikamente.
Anmerkung: Dass Glutamat u.a. Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen kann („Chinarestaurant Syndrom”) ist schon lange bekannt.
September 1, 2010 No Comments
Rückenschmerz – Lokale Therapien
Eine lokale Therapie von Rückenschmerzen ist eine “örtliche” Behandlung, Sie erfolgt daher direkt am Ort des Schmerzes. Im Vergleich zur Tabletten-Einnahme (wo sich der Wirkstoff erst im ganzen Körper verteilt) zeigt sie weniger Nebenwirkungen. Ein schon älteres lokales Konzept zielt auf Verbesserung der Durchbblutung mit sogenannten “Wärmepflastern” (auch mit Wirkstoffen wie z.B. Capsaicin). Ein neueres lokales Konzept zielt auf “Beruhigung” gereizter Nerven. Es setzt Pflaster mit sogenannten Lokalanästhetika (Mittel zur örtlichen “Betäubung”) ein.
Lokalanästhetika funktionieren wie eine Art „Firewall”, indem sie die Signale überreizter Nerven zum Gehirn “aufhalten” (“modulieren”). Über Haut-Pflaster lassen sich diese hochwirksamen Stoffe in schon so geringen Dosen einsetzen, dass sie zwar als “neuronale” Schmerzsenker wirken aber noch keine lokale Anästhesie erzeugen. Dies Konzept hat sich auch schon bei Behandlung des Herpes Zoster Nervenschmerz (“Gürtelrose”) bewährt.
August 3, 2010 No Comments
Rückenschmerz und Stress
Rückenschmerzen können recht unterschiedliche Gründe haben. Häufige organische Ursachen sind Funktionsstörungen der Wirbelsäulen-Gelenke sowie Bandscheiben-Schäden. Häufig ist aber die Ursache “nur” eine muskuläre „Verspannung“ durch psychischen Stress. Hier liegt also für die Schmerzen kein greifbarer organischer Befund an der Wirbelsäule vor. Vielmehr kann man dies als eine Art „Übertragung“ aus einer “gedrückten” oder “angespannten” Stimmung auffassen, die z.B. durch Angst oder Ärger entstehen kann. Die Gefühle “verlagern” sich daher gewissermassen auf eine körperliche Ebene.
Hier liegen daher Hilfsmöglichkeiten. Studien belegen, dass psycho-therapeutische Massnahmen zur Besserung von Rückenschmerz beitragen können. Ein ähnlicher Weg – allerdings medikamentös - scheint für Tranquilizer vorzuliegen, die über ihre “Angstlösung” auch die Muskelverspannung positiv beeinflussen. Gleiches gilt für körperliche “Entspannungstechniken” z.B. Muskelrelaxation. “Entspannung” durch “Anti-Stress Massnahmen” kann somit erheblich zur Besserung von Rückenschmerzen beitragen
July 24, 2010 No Comments
Stress – “Tranquilizer”
Bestimmte Arzneimittel zur “psychischen Entspannung” werden als “minor Tranquilizer“ bezeichnet. Ihr Beginn kann im wesentlichen auf die in den 1960er Jahren entstandene chemisch neue Gruppe “Benzodiazepine” zurückgeführt werden. Zuerst entstand ein Stoff Chlordiazepoxid (“Librium”), dem u.a. Diazepam (“Valium”) folgte. Schon in ersten Anwendungen war auffällig, dass Tiere durch diese Stoffe ihre Ängstlichkeit und Aggressivität verloren. Daher sprach man zunächst von „zähmendem“ Effekt. Durch Ermittlung ihres Angriffspunktes im Gehirn ließ sich auch die Rolle des sogenannten “limbischen Systems” (“emotionales Gehirn”) besser verstehen. Sein Einbezug bei Angst und Aggression zeigte sich bei Dämpfung dortiger Strukturen. So konnte dann der „tranquilisierende“ („beruhigende“) Effekt weiter ausgearbeitet werden. “Anti-depressive” Wirkungen ließen sich aber nicht finden.
Seitdem werden diese Stoffe medizinisch als „Tranquilizer“ (“Beruhigungsmittel”) und “Anxiolytika“ (‘Angst-Löser’) genutzt, also gegen Beschwerden, die durch Angst, „Verspannung“, “innere Unruhe” hervorgerufen sind. Da Wechsel-Beziehungen zwischen Angst, muskulärer Verspannung und Schmerz bestehen kommen sie auch bei verschiedenen, körperlich schmerzhaften, „Verspannungs-Zuständen“ zum Einsatz.
July 20, 2010 No Comments
Stress und Oxytocin
Während Männer ihre täglichen Herausforderungen eher bekämpfen, oder schon mal vor ihnen flüchten, gehen Frauen ihren Stress scheinbar anders an. So setzen diese mehr auf Gespräche und Hilfen.
Eine Ursache hierfür kann das Hormon Oxytocin sein. Dieses aktiviert nicht nur den weiblichen Körper im Orgasmus sondern es wirkt auch psychisch ausgleichend und (im Tierversuch) auch angstlösend und antidepressiv. Männer produzieren zwar ebenfalls Oxytocin, doch möglicherweise schwächen männliche Sexualhormone die Wirkung ab.
July 14, 2010 No Comments
Weniger Stress – Gesünderer Sport
Zur körperlichen Gesundheit gehören nicht nur Sport und Training sondern auch emotional ausgeglichene Stimmung. Diese senkt Stress-Empfindlichkeit. Schliesslich soll Training auch Spass machen und nicht zusätzlich Stress erzeugen. Negativer Stress („Disstress”) ist ja ein tefgreifender Mechanismus. Er zeigt sich nicht nur in akuten Effekte (z.B. Blutdruck, Puls), sondern strapaziert auch das Immunsystem. Hierüber erklärt sich auch die höhere Rate an Infektionen bei dauerndem Trainings-Stress (ist bei vielen Leistungssportlern der Fall).
Zudem: Auch die körperlichen Trainingseffekte leiden bei zu starkem Stress. So findet sich hier oft erhöhte Verletzungsanfälligkeit durch muskuläre Verspannung und zu schnelle Übersäuerung.
Weniger “mentaler Dampf” ist daher sinnvoll und verringert Verletzungen. Durch positive Einstellung zur eigenen Leistung schafft man sich auch die Motivation seine Aktivitäten fortzuführen und erhält den “Spass-Faktor”.
May 27, 2010 No Comments
Stress und Konflikt-Lösung
“Stress” bezeichnet eine überwiegend psychische Belastung. Dies beinhaltet Situationen die „Druck“ oder “besondere Belastung” darstellen – oder so empfunden werden. Hierauf antwortet der Körper mit “Stress-Reaktion”. Dies ist ein durch Hormone kontrolliertes biologisches Programm. Es versetzt uns in die Lage eine Konflikt-Vermeidung (“Flucht”) oder einen Angriff (“Kampf”) auszuführen. Dabei werden (u.a.durch Adrenalin und Cortisol) Muskulatur, Kreislauf, Atmung, Stoffwechsel und Nervensystem auf die Bewältigung einer Gefahr, aber auch möglicher Folgen (z.B. Blutung) vorbereitet. Diese Reaktion ist daher im Falle akuter Bedrohung sinnvoll und lebensnotwendig.
Andererseits kann sich ein “Dauer-Stress” (z.B. berufliche oder familiäre Probleme) körperlich negativ auswirken, bis hin zu psychischem Zusammenbruch (“Burn out”). Es ist gut belegt, dass sich solche Stress-Symptome (z.B. Angst, Depressionen) oft schon allein mit regelmässiger Bewegung und (nicht übertriebenem) Sport deutlich bessern lassen.
May 21, 2010 No Comments
Schmerz und Placebo
Placebos sind sogenannte “Scheinmedikamente”. Einfach gesprochen sind es “Zuckerpillen” ohne jeden Wirkstoff. Interessanterweise führen sie gerade bei vielen Schmerz-Patienten oder solchen mit “pychosomatischen” Störungen zu Besserungen. Das lässt sich auch in kontrollierten klinischen Prüfungen nachweisen. Spekulativ erklärt man sich den “Placebo-Effekt” u.a. über vermehrte soziale Zuwendung des Behandlers (“Droge Arzt”) oder die positive Erwartung in die “Therapie”.
Placebos zeigen daher recht eindrucksvoll welch starke Einflüsse unsere Wahrnehmung und psychische Stimmung auf Körper-Prozesse hat. Vermutlich spielt hierbei auch die sogenannte “hormonelle Stress-Achse” eine Rolle.
May 10, 2010 No Comments
Anti-Stress Aktion – “Sport statt Gewalt”
Nicht nur in Fussball-Stadien erleben wir zunehmend Gewalt. Das verdirbt den weit überwiegend friedlichen Sportfreunden und Club-Fans sinnlos die Freude, z.B. am Fußball. Vereine und Behörden kostet es zusätzlich noch viel Geld durch vermehrte Überwachungs-Massnahmen. Zu ermahnen oder nur zusehen nützt nichts. So entstand die Anti-Stress Aktion “Sport statt Gewalt” (“Sport gegen Stress”)
Schon aus eigenen Forschungen lag das Konzept nahe: Mangelnder gegenseitiger Respekt ist erheblicher “Stress” und eine der Hauptursachen unserer Konflikte. Freundlichkeit ist eine Form von Respekt die Spannungen gut abbaut. Daher sollte die Aggression optisch durch die positiven Motive “Benny & Maggy” als “Stress-Killer” beeinflusst werden. Positive Stimmung wirkt eben auf andere “infektiös” und verhindert so Aggressionen oft schon im Keim.
April 19, 2010 No Comments

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