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Rainer K. Liedtke
"Übrigens..."

Phänomen Schmerz (3) – Zur Ursache bei chronischem Schmerz

March 9, 2010

Wie schon vorab gesagt, stufen bisherige Forschungen in vielen Fällen unser Phänomen Schmerz als unterschiedliche Warnsignale für unterschiedliche Ursachen ein. Diese Version scheint mir etwas kurz gesprungen. Sie lässt, zumindest für chronischen Schmerz, noch eine erhebliche Zahl praktischer Fragen ungeklärt. Das führte daher zu einer neuen Theorie, die für chronische Schmerzen als Ursache ein einheitliches Grundprinzip ansieht.

Diese abstrakten Vorgänge fordern gewisse Vorkenntnisse („Bioenergetik, „Ionen-Kanäle, „Relativistik). Daher fasse ich hier möglichst anschaulich zusammen: Daß bei geschädigten Zellen der prinzipielle Schmerz-Auslöser eine „Betriebsstörung“ in deren Energie-Verwertung ist, entspricht etwa einem Motor der Benzin nur mangelhaft verbrennt. Wie aber soll sich dieser Zustand dann auch als Schmerz bemerkbar machen? Hierzu knüpft die Theorie an das Modell der Nobelpreisträger Hodgkin & Huxley zur Entstehung von Nerven-Erregung an: Energie-Mangel in der Zelle stört bestimmte energieverbrauchende Vorgänge in der Zellmembran (Ionenkanäle). Hierdurch kommt es außerhalb der Zelle zu relativen Verschiebungen in der Zusammensetzung wichtiger Ionen („Ionen-Produkte“). Das aber bewirkt veränderte Erregbarkeit der Nerven. Verglichen mit einem Auto, ähnelt das in den Nerven entstehende Erregungs-Muster nun einem aus dem Rhythmus gekommenen Zündkerzen-Schaden beim “stotternden” Motor. Diesen Teil kann man mit dem Internet vergleichen. So wird das übertragene Nervensignal vom Gehirn (ähnlich einem Modem) entschlüsselt. Irreguläre Muster werden dabei offensichtlich als „Schmerz“ wahrgenommen. Je nach „Diagnose“ löste das Gehirn dann von dort chemische Reaktionen im Körper aus. Deren Zweck scheint auf die Heilung der das ganze verursachenden Störung gerichtet. Mit zunehmenden Fortschritt bei der Reparatur des lokalen Versorgungs-Schadens verschwindet also auch der Schmerz wieder. Das postuliert daher, daß bei chronischem Schmerz noch irgendwo eine lokale Energie-Störung besteht, die sich als Signal auf die Nerven auswirkt.

Übrigens. Wenn man dieses ganze System einmal schematisch mathematisch betrachtet, lassen sich, in einem Umkehrschluss, unsere Glücksgefühle auch als eine Art „negativer Schmerz“ betrachten. Ob und wie weit man das therapeutisch nutzen kann, darauf komme ich dann noch „häppchenweise“ zurück.

Gesundheit und kranke Finanzen (6) – Banker und Poker-Spieler

March 9, 2010

Kürzlich sagte mir ein Bekannter bei einem Gepräch zu gesunden Finanzen: “Investment-Banker sind Pokerspieler”. Dem mußte ich aber widersprechen. Zwar mögen ja auch manche der Poker-Spieler gesundheitlich gesehen etwas neben der Spur liegen, aber sie riskieren und verspielen ihr eigenes Geld. Das sind also durchaus ehrliche Verhältnisse.

Wer sah denn schon je einen der Burschen aus der Banker-Liga, der für das von ihm verzockte Geld Anderer dann auch selbst gerade stand? Daher liegt es wohl auf der Hand wo sich die Infektions-Quelle für unsere kranken Finanzen verbirgt. So lobe ich mir doch die ehrlichen Poker-Spieler.

Infarkt-Risiko und Schmerzmittel (2) – Altern wir so schneller ?

March 5, 2010

Kürzlich schrieb ich hier zum Zusammenhang “Infarkt-Risiko und Schmerzmittel” bei bestimmten entzündungshemmenden Schmerzmitteln (so gennnante NSAIDs, wie Diclofenac, Aspirin, Ibuprofen usw.). Dabei verwies ich auf Verkalkung von Blutgefäßen (Arteriosklerose). Wenn nun aber solche Schmerzmittel die Blutgefäße so degenerieren können, daß sie verminderte Durchblutung bewirken, stellt sich hieraus eine (noch?) spekulative Frage: Beschleunigen bestimmte Schmerzmittel dann gar unser Altern? In der Medizin exisitert ja der Spruch “Der Mensch ist (oder wird) so alt wie seine Gefässe”.

Zumindest statistisch gesehen wirken die NSAIDs nicht unbedingt lebensverlängernd: Nach verschiedenen medizinischen Angaben (u.a. J Rheumatol Suppl 1998; N Engl J Med. 1999) verursachten diese in den USA jährlich, allein schon durch Nebenwirkungen im oberen Magen-Darm Trakt über 100,000 Krankenhaus-Einweisungen und ca 16,000 Todesfälle. Also nicht ganz so harmlos. Immerhin sind das mehr Tote als im Irak und Afghanistan Krieg zusammen.

Gesundheit und „kranke“ Finanzen (5) – Banker-Schmerz

March 5, 2010

Uns tut was weh wenn wir einen Tritt bekommen oder uns mal den Magen verderben. Bei unseren so hart im Roulette-Geschäft arbeitenden Hedgefond-Managern und Investment-Bankern (nun mal gerade in Griechenland tätig) scheint aber unser Phänomen Schmerz physisch anders angelegt. So jault diese Spezies ja eher auf, wenn sie mit Anderen was teilen muss (obwohl ihnen ohnehin nie etwas selbst gehört).

Besonders aber der Geld-Verlust in ihrer eigenen Tasche scheint für diese Exemplare eine besondere schwere Variante von Schmerz. Vielleicht lässt sich das therapieren: Bei Drogen-Junkies ist es ja als „ kalter Entzug“ bekannt. Wie wäre es daher, wenn man diesen Wett-Junkies im ersten Therapie-Schritt gegen Spielsucht mit einem Entzug ihrer Boni hilft.


Phänomen Schmerz (2) – Warum tut Schmerz weh?

February 28, 2010

Das Glück ist nur ein Traum, und der Schmerz ist wirklich“ (Voltaire). Bei einem so häufigen und elementaren Ereignis wie Schmerz macht es wenig Sinn sich in Details zu stürzen wenn nicht wenigstens ein paar Grundfragen besser geklärt sind. Man sollte meinen all das wäre von der Wissenschaft ja schon geklärt. Ist es aber nicht. Es gibt eine Fülle ausgezeichneter „technischer“ Details (zu Nervenvorgängen, speziellen „Schmerz-Rezeptoren“, „Schmerz-Gedächnis“ usw.). Hieraus lassen sich zwar einige wichtige Folgerungen ableiten, aber sie stellen sicher noch nicht das ganze System als begreifbar dar. Gleiches gilt ja beispielsweise auch für ein schon so altes Ideengebäude wie die chinesische Akupunktur.

Daher erscheint es mir sinnvoll und anregend hierzu immer wieder aufs Neue „einfache“ und eher philosophische Fragen zu stellen. Was macht den Sinn von Schmerz aus? Wenn Schmerz ein Warnsignal ist gegen das ich etwas ausrichten kann (z.B. mit Ruhe und Schonung), so ist das durchaus plausibel. Aber was ist denn mit „Warnsignal“, wenn ich nichts dagegen tun kann? (hier meine ich den chronischen Schmerz). Erkläre ich mir dann daraus solchen Schmerz nur als „unnützes“ Ärgernis, also als etwas das ich eben nur nicht „vergessen“ kann? Hier wird es knapper, denn die Natur installiert nichts ohne Grund.

Weiter: Welche Art Schmerz-Auslöser liegen vor? Gibt es hier gemeinsame Nenner oder sind diese wirklich unterschiedlich? Gibt es dann eben mehrere „Schmerz-Arten“? Auch das ist zu hinterfragen. Die Natur achtet ja auf Effizienz: Je einfacher um so besser kontrollierbar ist ein System. Das gilt ja auch in unserer allgemeinen Technik. Also worin läge dann ein Vorteil wenn wir mehrere (chronische) „Schmerz-Arten“ hätten? Aber auch noch solche Fragen sollten erlaubt sein wie: Warum tut uns Schmerz überhaupt „weh“? Könnte es für einige vielleicht etwas „angenehmer“ ablaufen? Oder beruht das nur auf individuell unterschiedlicher Wahrnehmung, eben unterschiedlichen „Wehleidigkeiten“? Das wäre Anlass Schmerz mit Hilfe besserer innerer „Stimmungslage“ anzugehen.

Weiterhin: Liegen Lösungen solcher Fragen bei unseren Erkenntnissen zu Schmerzmitteln? Aber warum zeigen solche Schmerzhemmer dann auch teils ganz andere und erheblich schädliche Körper-Effekte? (siehe früheren Kommentar „Infarkt-Risiko und Schmerzmittel“).

Ich denke all das lässt sich wohl nur Stück für Stück mehr von „oben nach  unten“ entwirren. Wie sagte schon Konfuzius vor 2000 Jahren “Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht ist es sinnlos miteinander Pläne zu machen”. So weit ich es kann beteilige ich mich daran, auch  weiterhin in eher lockerer Reihenfolge und als gedankliche Anregungen.

Gesundheit & „kranke“ Finanzen(4) Bedauernswerte Banker

February 26, 2010

Ständig hackt jemand auf den so  hart arbeitenden  Investmentbankern herum. So etwas geht solch sensiblen Wohltätern doch schwer an die gesundheitliche Substanz.

Vor lauter Stress hat sich ja dann der Bursche Blankfein  mit seinem „Wir tun das Werk Gottes“ auch nur versprochen. Gemeint hatte er ja das Bibel-Zitat „leeres Geschwätz führt nur zu Mangel“.

Wissenschaft mal anders (2) – Intelligenztests

February 26, 2010

Die Vermutung man könne Intelligenz “objektiv“ messen, stützt sich auf die Erfindung des so genannten IQ-Tests. Nachdem sich die einschlägigen Experten ja bis heute nicht wirklich einig sind, wie und als was man Intelligenz eigentlich definieren könne, einigten sich US Psychologen bei einer Tagung zumindest so weit, daß Intelligenz eben das sei „was ein guter Intelligenz-Test misst“. So hat man dann verschiedene Tests als dafür geeignet erklärt. Nun dürfen auch zahlreiche Hollywood-Stars ihre besondere Intelligenz vermarkten, da sie in so einem Test „komplexe“ Vierecke unterscheiden konnten. Diejenigen, die das sogar mit Achtecken schafften, haben sich dann in speziellen Clubs für Hochintelligente organisiert.

Leider beanstanden noch einige Skeptiker, man messe ja eigentlich etwas von dem noch keiner weiß was es ist. Dazu fand ich dann aber eine interessante wissenschaftliche Notiz, wozu solche Tests doch eventuell sinnvoll sein können: Man kann mit ihnen Frauen ziemlich gut auf dumm manipulieren. So schnitten Studentinnen der US Stanford Universität in einem Mathematik-Test schlechter ab, wenn man ihnen vorher nur sagte, dass Frauen mathematisch weniger begabt seien als Männer. Das klappt also gut. Schon die Erwähnung dieses Vorurteils verschlechterte ihre Leistung.

Gesundheit & „kranke“ Finanzen (3)

February 25, 2010

Bekanntlich mache ich mir so einige Sorgen zum Gesundheitszustand ganz spezieller Mitmenschen. Daher kommentierte ich kürzlich den Zusammenhang von Gier und Dummheit. Dazu hier noch kurze Ergänzung: Konfuzius sagte Der Edle kennt sich aus in der Pflicht, der Gemeine im Gewinn”. Scheint mir ziemlich zutreffend für unsere Investmentbanker. Leben diese ja recht erfolgreich ihr Bonus-Motto aus: “Fordere nichts von Dir selbst,  aber nimm alles von Anderen”. Zudem gibt Konfuzius auch noch einen Tipp zur Bearbeitung der von ihnen fabrizierten Pleiten: “Ein kleiner Mann wird immer seine Fehler zu beschönigen suchen

Doch bleibt ihnen noch ein Wermutstropfen: Unsere Erfahrung lehrt ja, daß asoziale Rücksichtslosigkeit jede Vorsicht ausblendet, somit die Verbündete  von Dummheit ist. So rast der rücksichtslose Autofahrer gern außerhalb seines mentalen Vermögens, eben bis er aus der Kurve fliegt. “Evolutions-technisch“ führt das zu erhöhten Raten an Selbstentfernung aus dem Gen-Pool. So sagen es zumindest unsere Krankenhaus-Statistiken. Und die Moral von der Geschichte? Russisches Roulette wirkt sich auf Dauer nicht lebensverlängernd aus.

Phänomen Schmerz

February 19, 2010

Schmerz ist uns seit ja Jahrhunderten ein Rätsel. Irgendwann und irgendwie trifft (körperlicher) Schmerz jeden von uns, wenn auch in unterschiedlichem Grad. Um dies Rätsel weiter zu erschweren: Bisherige Forschungen dieses Gebietes stufen Schmerz meist auch noch als ein für jede unterschiedliche Ursache unterschiedliches Signal ein. Verständlich, daß daraus wiederum eine Anzahl technisch unterschiedlicher Theorien entstand, die dies Phänomen zu klären versuchen.

Letztes Jahr habe nun auch ich, natürlich zuerst einmal in einem wissenschaftlichen Journal, eine Theorie veröffentlicht, wonach (chronischer) Schmerz einem gemeinsamen Grundprinzip unterliegt. Dies lässt sich hier natürlich nicht in schnellem Ruck erklären. Aber so weit ich es kann, komme ich in noch weiteren Folgen zu diesem Thema „Schritt-und-Häppchen-weise“ hierauf zu sprechen.

Gesundheit und “kranke” Finanzen (2) – Gibt es eine Evolution der Dummheit ?

February 19, 2010

Das möchte ich nicht ausschließen. So scheinen ja vorwiegend alte Gefühls-Programme der Evolution unser Hirn zu kontrollieren. In der Urzeit wurden jene Modelle mit unvorsichtiger Fressgier noch von der Natur erbarmungslos bestraft. Vermutlich entstand so die recht nützliche Eigenschaft sozialer Rücksichtnahme. Das hat sich etwas geändert: Heute wird dreiste Dummheit eher kaum bestraft. Daraus könnte nicht nur ein Stillstand in der Hirn-Entwicklung entstanden sein, sondern bei einigen der Spezies gar eine sichtbare Rückentwicklung. Wie schon im früheren Blog „Gesundheit und kranke Finanzen“ vermutet, scheint „evolutions-technisch“ ein Zusammenhang zwischen asozialem Verhalten und Dummheit zu bestehen. So leite ich mir ab, wie der Spruch eines besonderen Exemplars namens Blankfein entstanden sein könnte. Mit einem „wir tun das Werk Gottes“ erklärte er uns Unwissenden erschöpfend den allgemeinen Sinn seines Bonus aus seinen Bankgeschäften.

Vielleicht liegt bei solchen Burschen der Sachverhalt aber auch etwas einfacher. So empfehle ich hier zunächst die Frage medizinischer Behandlungsbedürftigkeit zu klären.